BFF – Buletten, Fritten, Fischbrötchen

Großartiges Showdown der „Legends“

Einmal mehr sorgte eine der von Matthias Voß (Lehrer an der Oberschule Visselhövede) angeleiteten Theatergruppen (Legends)  für einen kulturellen Abend der Extraklasse an der Oberschule Visselhövede.

Die Legends setzen sich aus ehemaligen Schüler*innen der Oberschule Visselhövede zusammen, die ihre Liebe zum Theater eint. Obwohl diese Schüler*innen mittlerweile in anderen Schulen oder Ausbildungsbetrieben engagiert sind, also der OBS entwachsen sind, kommen sie zum Theaterspiel gerne wieder mit ihrem ehemaligen Lehrer an ihrer alten Schule zusammen.

Der Prolog, die Stimme aus dem „Off“, der dem Tode geweihte Regisseur, der seine Theatergruppe bittet, das letzte Stück auch ohne ihn aufzuführen, wurde eingesprochen vom Sänger Oliver Gies der Band „Maybebop“.

In dem eigens für die Legends als Teil einer Trilogie von Voß geschriebenem Theaterstück ging es abermals um große Gefühle: Unsicherheit, Hass, Drogen, Lüge, Verdrängung, Kriminalität, prekäre Arbeitsverhältnisse, Perspektivlosigkeit, Teenie-Mütter, Misserfolg in der Schule, unerfüllte Liebe, gleichgeschlechtliche Liebe, schwere Krankheiten und vor allem das Umgehen mit den besonderen Lebenssituationen, sprich: der eigenen Vita.

Durch kurze Einblendungen wurden die Figuren vorgestellt.

Angekündigt wurden diese „Einspieler“ vom charismatischen Kurator, Quentin Voß.

Was macht sie zu dem Menschen, den sie verkörpern?

Venus, 17 Jahre. Bald alleinerziehende Mutter von zwei Kinder, die sich daneben noch um die alkoholabhängige und stets fordernde Mutter kümmern muss.

Anke, 18 Jahre. Sie lernt Erzieherin, wäre gerne so wie Venus. Sie hat allerdings Zukunftspläne und möchte Animateurin auf der Aida werden. Ihr kommt eine unheilbare Krankheit in die Quere, die ihre Pläne zunichte macht. Sie versinkt in einer depressiven Verstimmung.

Beate, 18 Jahre. Sie kann nicht gut rechnen, arbeitet jedoch im Imbiss und wird dort von Frau Klopstock ausgenutzt.

Schwester Nessuna-Lingua, 21 Jahre. Sie wurde als Kind misshandelt und missbraucht. Seitdem spricht sie nicht mehr. Sie kommt zum Imbiss um sich Weingummiteufel zu holen. Dafür gibt sie bereitwillig allen kleine Schutzengel an die Hand.

Roxy, die kurz davorsteht, ihren Ausbildungsbetrieb zu übernehmen. Sie hat einen ein wenig konservativ anmutenden Plan vom Leben, der auch eine Heirat beinhaltet. Zunächst wird sie abgewiesen, aber am Ende fügt sich etwas Neues.

Annelies Klopstock, ihr Alter verschweigt sie geflissentlich. Besitzerin des Gourmet Palasts. Behauptet, sich den Imbiss erarbeitet zu haben. Allerdings hat sie das Geld dafür im Lotto gewonnen. Sie ist der Inbegriff einer tyrannischen und ungerechten Chefin, die es gutheißt, dass ihre Angestellten in prekären Verhältnissen arbeiten müssen.

Frauke, 18 Jahre. Sie weiß alles besser und versteht es, Frau Klopstok auf ihre Seite zu ziehen. Oftmals hat sie recht, dennoch fehlt ihr Empathie für ihre Mitmenschen. Soziale Kompetenzen muss sie erst noch erlernen.

Morne Espoir, 19 Jahre. Ihr Vorname bedeutet „trist“, der Nachname jedoch „Hoffnung“. Mit vier Jahren beging sie den ersten Diebstahl und heute versorgt sie das Viertel mit Drogen.

Des einen Freud ist des anderen Leid. Sandy probiert alle Drogen aus und ist die beste Kundin.

Sandy, 19 Jahre. Sie hat keinen Schulabschluss, aber Eltern, die unter anderem den Drogenkonsum ihrer Tochter finanzieren.

Der Zwiespalt zwischen „trist“ und „Hoffnung“ zieht sich durch das gesamte Stück.

Allen Akteuren gemein ist, dass man sich in „Klopstocks Gourmet Palast“ zu Buletten, Fritten und Fischbrötchen trifft und irgendwie doch füreinander einsteht: eine Solidargemeinschaft der Verlierer und von der Gesellschaft Vergessenen, eben BFF „best friends forever“.

Das Publikum bekam viel geboten und zeigte deutlich seine Begeisterung.

Im nächsten Jahr zeigen die THO-Seniors (Theater-Helden-Oberschule, Jahrgang 9-10) mit „Morne und Julia“ den ersten Teil der Trilogie.

Darauf kann man schon jetzt gespannt sein.

(Text: K. Stolte)

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Die Legends setzen sich aus ehemaligen Schüler*innen der Oberschule Visselhövede zusammen, die ihre Liebe zum Theater eint. Obwohl diese Schüler*innen mittlerweile in anderen Schulen oder Ausbildungsbetrieben engagiert sind, also der OBS entwachsen sind, kommen sie zum Theaterspiel gerne wieder mit ihrem ehemaligen Lehrer an ihrer alten Schule zusammen.

Der Prolog, die Stimme aus dem „Off“, der dem Tode geweihte Regisseur, der seine Theatergruppe bittet, das letzte Stück auch ohne ihn aufzuführen, wurde eingesprochen vom Sänger Oliver Gies der Band „Maybebop“.

In dem eigens für die Legends als Teil einer Trilogie von Voß geschriebenem Theaterstück ging es abermals um große Gefühle: Unsicherheit, Hass, Drogen, Lüge, Verdrängung, Kriminalität, prekäre Arbeitsverhältnisse, Perspektivlosigkeit, Teenie-Mütter, Misserfolg in der Schule, unerfüllte Liebe, gleichgeschlechtliche Liebe, schwere Krankheiten und vor allem das Umgehen mit den besonderen Lebenssituationen, sprich: der eigenen Vita.

Durch kurze Einblendungen wurden die Figuren vorgestellt.

Angekündigt wurden diese „Einspieler“ vom charismatischen Kurator, Quentin Voß.

Was macht sie zu dem Menschen, den sie verkörpern?

Venus, 17 Jahre. Bald alleinerziehende Mutter von zwei Kinder, die sich daneben noch um die alkoholabhängige und stets fordernde Mutter kümmern muss.

Anke, 18 Jahre. Sie lernt Erzieherin, wäre gerne so wie Venus. Sie hat allerdings Zukunftspläne und möchte Animateurin auf der Aida werden. Ihr kommt eine unheilbare Krankheit in die Quere, die ihre Pläne zunichte macht. Sie versinkt in einer depressiven Verstimmung.

Beate, 18 Jahre. Sie kann nicht gut rechnen, arbeitet jedoch im Imbiss und wird dort von Frau Klopstock ausgenutzt.

Schwester Nessuna-Lingua, 21 Jahre. Sie wurde als Kind misshandelt und missbraucht. Seitdem spricht sie nicht mehr. Sie kommt zum Imbiss um sich Weingummiteufel zu holen. Dafür gibt sie bereitwillig allen kleine Schutzengel an die Hand.

Roxy, die kurz davorsteht, ihren Ausbildungsbetrieb zu übernehmen. Sie hat einen ein wenig konservativ anmutenden Plan vom Leben, der auch eine Heirat beinhaltet. Zunächst wird sie abgewiesen, aber am Ende fügt sich etwas Neues.

Annelies Klopstock, ihr Alter verschweigt sie geflissentlich. Besitzerin des Gourmet Palasts. Behauptet, sich den Imbiss erarbeitet zu haben. Allerdings hat sie das Geld dafür im Lotto gewonnen. Sie ist der Inbegriff einer tyrannischen und ungerechten Chefin, die es gutheißt, dass ihre Angestellten in prekären Verhältnissen arbeiten müssen.

Frauke, 18 Jahre. Sie weiß alles besser und versteht es, Frau Klopstok auf ihre Seite zu ziehen. Oftmals hat sie recht, dennoch fehlt ihr Empathie für ihre Mitmenschen. Soziale Kompetenzen muss sie erst noch erlernen.

Morne Espoir, 19 Jahre. Ihr Vorname bedeutet „trist“, der Nachname jedoch „Hoffnung“. Mit vier Jahren beging sie den ersten Diebstahl und heute versorgt sie das Viertel mit Drogen.

Des einen Freud ist des anderen Leid. Sandy probiert alle Drogen aus und ist die beste Kundin.

Sandy, 19 Jahre. Sie hat keinen Schulabschluss, aber Eltern, die unter anderem den Drogenkonsum ihrer Tochter finanzieren.

Der Zwiespalt zwischen „trist“ und „Hoffnung“ zieht sich durch das gesamte Stück.

Allen Akteuren gemein ist, dass man sich in „Klopstocks Gourmet Palast“ zu Buletten, Fritten und Fischbrötchen trifft und irgendwie doch füreinander einsteht: eine Solidargemeinschaft der Verlierer und von der Gesellschaft Vergessenen, eben BFF „best friends forever“.

Das Publikum bekam viel geboten und zeigte deutlich seine Begeisterung.

Im nächsten Jahr zeigen die THO-Seniors (Theater-Helden-Oberschule, Jahrgang 9-10) mit „Morne und Julia“ den ersten Teil der Trilogie.

Darauf kann man schon jetzt gespannt sein.

(Text: K. Stolte)